TSV Feytal 2 verliert unglücklich in Bonn 22-21

Die Wiederaufname der Saison nach dem Jahreswechsel hätte besser laufen können. Zunächst hatten wir Schwierigkeiten überhaupt eine Mannschaft zu stellen: vom ohnehin schon sehr kleinen Kader fehlten mit Kittes, Sascha, Simon und Volker alle Rückraum-Halben, dazu mit Gordon und Steve noch weitere 2 Spieler die universell einsetzbar sind. Dankenswerterweise stellten sich mit den freigespielten Marco, Joshi und Patrik gleich 3 Spieler aus dem Kader der Ersten zur Verfügung – so hatten wir zumindest schonmal die Möglichkeit überhaupt in Bonn anzutreten. Das Patrik – normalerweise Torwart – dabei den Rechtsaussen gab zeigt, dass wir nicht gerade positionsgetreu denken konnten. Klar war das es schwer werden dürfte…
Umso besser kamen wir in die Partie. Unerwartet sicher und diszipliniert lief in der ersten Halbzeit der Ball durch die eigenen Reihen und die Abschlüsse wurden gut gewählt. Immer wieder schafften wir es im Angriff die Passfolgen so lang zu spielen bis die PHV2 Abwehr nicht mehr folgen konnte und sich die ein oder andere Lücke ergab. Weil die Quote bei den Abschlüssen zudem gut war, konnten wir uns bald absetzen und etwa zur Mitte der Halbzeit eine sichere Führung von bis zu 6 Toren erabeiten (2-8). Sehr hilfreich war natürlich auch, dass sowohl unsere Abwehr sehr konsequent agierte, als das auch Rüd im Tor einige der Würfe der Hausherren abwehren konnte.
Die 3 Tore Führung zur Halbzeit ließ hoffen, dass möglicherweise trotz der schlechten Voraussetzungen tatsächlich etwas mitzunehmen wäre aus Poppelsdorf. In der Halbzeitbesprechung wurde deshalb auch ausgemacht, dass wir prinzipiell den eingeschlagenen Kurs fortführen wollten.
Leider zeigte sich dann schon bald nach dem Wiederanpfiff, dass wir garnicht mehr die Chance haben würden unsere bisherige kontrollierte Spielweise beizubehalten. Es gab zwei Gründe dafür: zum einen nahmen die Hausherren Marco im Rückraum aus dem Spiel, was dazu führte, dass wir im eigenen Ballbesitz plötzlich die Ruhe verloren und häufig nicht mehr richtig unsere Positionen auf dem Feld einnahmen. Anstelle den nun größeren Platz auf dem Spielfeld auszunutzen verfielen wir leider in ‘Aktionismus’. Man versuchte nun weniger durch gutes Passen die Lücken zu schaffen als vielmehr durch Läufe die Abwehr zu durchbrechen. Dies gelang aber nur sehr selten, und das auch, weil es zusätzlich noch ein weiteres Manko gab.
Hatte der Schiedsrichter nämlich in der ersten Hälfte noch die Aktionen beider Mannschaften gleichermaßen streng und kleinlich gewertet – womit wir sehr gut klargekommen waren – folgte nun eine Phase in der wir einige Male Spieler mit Zeitstrafen verloren. Wir meinen, das nun die Wertung der Abwehraktionen bei beiden Teams oft unterschiedlich ausfiel. Zwar wurden mitunter auch vorher schon schnell Zeitstrafen ausgesprochen (das ist, so lange es beide Kontrahenden gleichmaßen betrifft auch kein Problem, darauf kann man sich einstellen), jetzt aber erfolgte praktisch mit jeder Körperberührung in der Deckung eine Hinausstellung gegen uns – die gegnerischen Aktionen wurden aber nicht so penibel bewertet. So kamen im Angriff zwei Dinge zusammen: keine Anspielstationen mehr wegen fehlender Spieler auf dem Feld und die liefen dann teils auch noch ungeordnet umher. Einen Vorwurf möchte ich allerdings keinem der Anwesenden machen. Ohne einen einzigen ‘gelernten’ Halbspieler auf dem Feld, dafür mangels Auswahl meist mit zwei Kreisläufern und einem Torhüter auf Rechtsaussen – das sind keine guten Voraussetzungen um in Unterzahlsituationen einen Spielfluss aufrecht zu erhalten. Und so kam es dann auch wie es kommen musste. Unser Pausenvorsprung war schnell aufgebraucht und etwa zur 50. Spielminute sahen wir uns sogar mit 4 Toren in Rückstand.
Diese Situation wäre eigentlich geeignet gewesen uns auseinanderbrechen zu lassen: kein eingespieltes Team – nur 6 Feldspieler im Kader (der Gegner hatte 12) – deswegen mit den Kräften ziemlich am Ende – die Schirientscheidungen nicht nachvollziehbar – Gründe entnervt aufzustecken waren gegeben. Anstelle dessen aber gab es nochmal ein spürbares Aufbäumen im Team, eine Einstellung die mir sehr gut gefallen hat!
Trotz der Müdigkeit und der Umstände gab jeder alles was noch drin war. Man warf sich in die Zweikämpfe und versuchte mit letztem Einsatz den erneuten Umschwung zu schaffen. Und tatsächlich kamen wir wieder näher heran. Man konnte deutlich spüren, dass der Gegner davon nicht unbeeindruckt blieb, denn auch dem körperlich wesentlich frischeren Team unterliefen nun erneut Fehler die wir ausnutzen konnten. Ein paar gute Aktionen von Rüd im Tor, ein paar erzwungene und verwandelte Siebenmeter, einige erarbeitete Feldtore später waren wir wieder dran und hatten in der letzten Spielminute sogar noch eine gute Gelegenheit den eigentlich verdienten Punkt festzumachen. Leider gelang das nicht und somit wurde die kämpferisch sehr gute Leistung unserer ‘Notaufstellung’ nicht angemessen belohnt. Das war wirklich sehr schade, verdient gewesen wäre es wohl in jedem Fall. Deshalb trotzdem neben dem tiefen Frust ein bisschen Zufriedenheit wegen des engagierten Auftritts. Danke nochmals an die ‘Aushelfer’.

Es spielten:

Joshi [KL] – Marco [RL/LA/RM] – Max [RR/RL] – Olli [RM/RR/RL] – Patrik [RA] – Reinhold [KL] – Rüd [TW] – Uwe [LA/RL]

(Uwe)

28.01.2018|Aktuelles, Männer 2|