Wir haben verloren, aber wir haben uns kein Versagen vorzuwerfen

TSV 2 verliert nach engagiertem Kampf in Kall – Endstand 31-24 (Hz. 15-8)

Die Wiederaufnahme der Saison nach den spielfreien Wochen der Herbstferien stand unter einem schlechten Stern. Die notwendige Trendwende nach der letzten Partie in Bonn, die wir nach schlechtem Spiel unsererseits mit 21-25 verloren hatten und der anschließend wegen Personalmangel abgesagten Begegnung gegen die HSG Sieg 2 (die hoffentlich noch nachgeholt werden kann), sollte ausgerechnet gegen den aktuellen Tabellenführer der 2.KK – den SC Kall – geschafft werden.

Ernüchternd dann allerdings schon während der Woche die Rückmeldungen aus dem Spielerkader der Zweiten: mit Kittes, Max, Reinhold, Sascha und Volker fehlten aus unserem kleinen 12er Kader gleich einmal 5 Spieler – und damit auch noch zumindest zwei sehr erfolgreiche Rückraumschützen unserer üblichen Startaufstellung. Wenn man dann auch noch die Abwehrleistung genau dieser routinierten Riege bedenkt, ließ sich für die kommende Partie schlimmes erahnen. Ein Lichtblick in diesem Zusammenhang war, dass Olli nach längerem Auslandsaufenthalt endlich sein Saisondebüt geben konnte, er wird ab sofort wieder zur Verfügung stehen. Damit wir überhaupt zahlenmäßig ausreichend in Kall antreten konnten, baten wir um weitere Hilfe und fanden sie in Yannick – auch er machte sein erstes Spiel in dieser Saison – und Daniel. Der war ja zur neuen Spielzeit in unsere Erste aufgestiegen, hatte aber zuletzt dort nicht spielen können und war somit spielberechtigt für uns – danke nochmal für die Unterstützung! Letztlich standen uns also 8 Spieler zur Verfügung.

Klar war in der Ansprache vor dem Anpfiff, dass wir vor allem im Spiel nach vorne unbedingt sehr kontrolliert agieren mussten. Nicht nur, weil wir durch die geringe Anzahl von Spielern wenig Möglichkeit zum Luftholen haben dürften, sondern auch, weil die junge Kaller Mannschaft ohne Frage beim schnellen Gegenstoß Vorteile haben würde. Wir durften keinen eigenen Ballbesitz unvorsichtig gefährden – eine hohe Trefferquote bei gleichzeitig geringem Krafteinsatz musste der Ansatz sein damit wir anschließend in der Deckungsarbeit noch konzentrierte und lauffreudige Gegenwehr leisten könnten.

Es war dann allerdings ein etwas zäher Beginn auf beiden Seiten. Bis das Spiel in Fluss kam gab es bereits einige Abschlüsse auf beiden Seiten, die zunächst häufig nicht genutzt werden konnten. Schon in dieser Zeit zeigte sich, dass wir mit Patrik heute einen bärenstarken Hüter zwischen den Pfosten hatten. Egal ob die Kaller aus dem Spiel heraus abschlossen oder ob sie im TGS alleine auf ihn zuliefen – er hatte sehr oft das bessere Ende für sich. Über das ganze Spiel betrachtet eine sehr gute Leistung ohne die wir vermutlich wesentlich schlechter im Spiel geblieben wären.

So nämlich blieben wir über einen längeren Zeitraum an den Hausherren dran. Prinzipiell eine recht ausgeglichene Sache, gab es zunächst nur einen Umstand der eine mögliche Auswirkung auf den folgenden Spielverlauf und unsere Voraussetzungen hatte: so hatten wir bis zur 10. Minute nur die minimal nötigen 7 Spieler zur Verfügung, dann kam der verspätete Daniel dazu und gab uns eine Wechselmöglichkeit. Die allerdings war auch schon 5 Minuten später wieder passé, weil eine Armverletzung Uwe zur Aufgabe zwang. Ab da war somit jede Personalumstellung ausgeschlossen – ein Umstand, der noch Konsequenzen haben sollte…

Insgesamt aber entwickelte sich das Spiel ohnehin nun so, dass die Kaller alle paar Minuten ein Tor mehr erzielten als wir – die Lücke ging also bis zur Halbzeit kontinuierlich weiter auf und der größte Abstand war mit dem 15-8 aus Sicht der Heimmannschaft zum Pausenpfiff erreicht.

Klar erkennbar war bis dahin, dass die junge Kaller Truppe nicht substanziell besseres Handball spielte als wir. Ihr Spiel stützt sich im Wesentlichen auf zwei Angreifer die aus dem Mannschaftsdurchschnitt vorstechen. Das aber reicht aber nicht aus um eine Partie zu dominieren und somit gelang beiden Mannschaften aus dem Positionsspiel heraus eine ähnliche Anzahl von Toren. Unsere Deckung stand gegen die naturgemäß schnelleren Angreifer gut und hatte nur selten das Nachsehen. Problematisch wurde es immer dann wenn wir vorne nicht erfolgreich abschließen konnten. Postwendende Gegenstöße waren die Folge und genau die hatten für die inzwischen deutliche Differenz gesorgt. Also galt es vor allem eine bessere Trefferquote zu erreichen um möglicherweise wieder näher heranzukommen.

Schon in der ersten Minute der zweiten Halbzeit dann aber der nächste Nackenschlag: ohne gegnerisches Foulspiel verletzte sich Simon in einer Angriffsaktion am Knie und musste das Spielfeld verlassen. Und wie oben gesagt, gab es keine Möglichkeit mehr unseren Kader auf dem Spielfeld aufzufüllen. In Unterzahl gegen ein konterstarkes Team – ein Debakel stand zu befürchten.

Genau das Gegenteil aber passierte. Unsere Mannschaft konzentrierte sich auf das nötige Verhalten: Ball in den eigenen Reihen halten, in Eins-gegen-eins-Aktionen die Deckung beschäftigen und keine Gegenstöße zulassen. Es war kaum zu glauben, aber wir kamen in dieser Phase sogar Tor um Tor heran. Gestützt auf unseren Torwart gelang es uns wieder in Schlagweite zu kommen und als auch Simon nach einigen Minuten Pause wieder mitwirken konnte, war der Abstand auf 4 Tore geschmolzen. Es war zu spüren, dass keiner von uns gewillt war dieses Match trotz der schlechten Voraussetzungen abzuschenken und dieses Verhalten schien auch beim Gegner Wirkung zu zeigen. Es wurde intern etwas häufiger diskutiert und einige Dinge funktionierten nun schlechter als zuvor. Resultat war der Spielstand von nur noch 26-24 zur 55. Minute und in diesem Moment hatten wir beinahe die auch noch die Chance in Ballbesitz den Anschlusstreffer zu erzielen. Leider gelang dann ein beabsichtigtes Anspiel an den Kreis nicht und der anschließende Konter brachte den Kallern das letztlich vorentscheidende Tor ein.

Weil danach auch noch der Versuch durch eine aggressive Deckung an den Ball zu kommen in einer Hinausstellung endete, hatten wir keine Möglichkeit mehr das Spiel zu wenden und so konnte der SC Kall in den letzten Minuten der Partie wieder einen eigentlich zu großen Abstand auf die Anzeigentafel bringen.

Fazit: angesichts der Voraussetzungen und des gezeigten Einsatzes eher eine erfreuliche Leistung trotz des Endergebnisses – Kompliment an diese ‚Kampfgruppe‘. Sollte es uns gelingen in den nächsten Wochen ein zahlenmäßig größeres Team auf das Feld zu stellen, das eine ähnliche Disziplin und Einsatzwillen zeigt, bin ich überzeugt, dass der letzte Platz in dieser Liga nicht lange Bestand haben dürfte. (Uwe)

Es spielten (leider keine Torschützenliste):
Daniel (RA), Gordon (KL), Olli (RM), Patrik (TW), Simon (RL), Steve (RA/LA), Uwe (LA), Yannick (RR)

30.10.2016|Aktuelles, Männer 2|