Saisonwiederaufnahme – die Zweite unterliegt auswärts nach durchaus ordentlichem Spiel

HSG Siebengebirge Thomasberg V – TSV Feytal II 32-28 (Hz. 15-10)

Weil wir in der Hinrunde zum angesetzten Spieltermin keine Mannschaft auf den Platz stellen konnten, waren wir gezwungen das Spiel zu verlegen. Die HSG war so nett dem zuzustimmen und so kam es zu diesem frühen Start in die Rückrunde 2017 – eigentlich wäre es nach Plan erst in der nächsten Woche wieder losgegangen…

Wir sind die Situation ja schon gewohnt, trotzdem muss man es immer wieder erwähnen um die mittlerweile länger andauernde ‚Krise‘ zu erklären: nur 6 Spieler der Besetzung der zweiten Mannschaft fanden sich am Spieltag zusammen um die Reise am späten Sonntag Nachmittag nach Königswinter anzutreten. Es fehlten Fabian, Gordon, Kai, Kittes, Max, Sascha, Reinhold, Yannick – teils verletzt, teils wegen irgendwas. Wären nicht auch noch die derzeit glücklicherweise freigespielten Daniel und Marco aus dem Kader der Ersten mitgereist, hätten wir die Partie endgültig absagen müssen.

So sieht das in dieser Saison leider aus – es ist mittlerweile eigentlich auch müßig sich über die persönliche Einstellung zu unterhalten. Fakt ist aber, das beinahe jedes Wochenende die gleiche Riege von Aufrechten versucht den Spielbetrieb für alle am Leben zu halten, dabei oft bis an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten geht und sich nach meist 60 minütigem Volleinsatz geschlagen geben muss, hauptsächlich weil die Kraft nicht für die ganze Partie gereicht hat.

Es war auch diesmal nicht anders. Mit Patrik im Tor, Uwe auf LA, Volker (RL), Marco (RM/RR), Simon (RR/RM/RL), Daniel (RA), Steve am Kreis und dem angeschlagenen Olli (RM/RR/RL) zunächst auf der Bank, gingen wir in die Begegnung mit den offensichtlich qualitativ gut und auch zahlreich besetzten Hausherren.

In den ersten Minuten gelang es uns trotzdem alles weitgehend ausgeglichen zu gestalten. Und obwohl die HSG einige körperlich starke, aber auch technisch versierte Akteure ins Spiel schicken konnte waren wir konkurrenzfähig. Unsere Abwehrreihe stand recht gut und konzentriert, so dass eigentlich nur einer der Siebengebirgler in der Lage war uns häufiger vor Probleme zu stellen. Der Halblinke, ein recht großer athletischer Schütze, traf häufiger als uns lieb war und weil er mit nur einem Deckungsspieler nicht zu bändigen war, stellten wir im Laufe der ersten Halbzeit unsere Formation von 6:0 auf eine 5:1 mit direkter Manndeckung um und holten ihn so aus dem Spielgeschehen heraus.

Durch diese Maßnahme konnten wir uns zunächst kurz von seinen Torerfolgen befreien, aber weil später auch die Hausherren ihre Formation umstellten, konnten sie ihre Vorteile auf der linken Angriffsseite wieder herausarbeiten – nun mit einem zusätzlichen Spieler besetzt, der zwar nicht so kraftvoll, dafür aber sehr wendig agierte.
Insgesamt war die HSG so ab der 15. Spielminute etwas erfolgreicher im Abschluss. Wir scheiterten in dieser Phase einige Male auch aus aussichtsreichen Positionen am mittlerweile gut aufspielenden Torhüter. Und während es zunächst so ansprechend ausgesehen hatte, mussten wir zur Pause bereits einen Rückstand von 10-15 Toren aus unserer Sicht hinnehmen – leider schon ziemlich viel Holz wenn man noch etwas mitnehmen wollte.

Die Stimmung im Team war dennoch sehr ruhig und konstruktiv. Vermutlich, weil alle sich nicht hängen ließen, weil alle offensichtlich mit aller Konzentration und Willen die Chance wahren wollten und niemand einem anderen einen Vorwurf machen konnte, gingen wir mit echter Hoffnung zurück in die Partie.

Dass diese Einstellung auch keinesfalls unbegründet war, zeigte sich im Anschluss. Zwar gab es im Laufe der nächsten Minuten nach dem Wiederanpfiff sogar einen 6-Tore-Abstand, der wiederum hatte nicht lange Bestand. Wir schafften es nun uns wieder besser auf die Spielweise der HSG einzustellen, konnten mehrere Angriffe entschärfen und im Gegenzug einige schöne Tore erzielen, so dass wir uns quasi etappenweise wieder näher heran arbeiten konnten. Wir waren eine Zeit lang mit 4 Toren im Hintertreffen, dann 3 und als es auf die 55 Minutenmarke zuging, fehlten sogar nur noch 2 Tore bis zum ersehnten ersten Punkt der Saison.

Nicht unerwähnt soll dabei bleiben, dass wir natürlich noch besser hätten sein können. Es waren 2 Siebenmeter-Strafwürfe und einige gute Abschlussgelegenheiten die wir bis dahin leider nicht nutzen konnten. Unsere Tore erzielten wir erfreulicherweise von allen Wurfpositionen aus, jeder ließ allerdings auch mal einen möglichen Treffer liegen. Wäre dies effizienter gelungen, wären womöglich noch ein paar mehr Körner für die entscheidende Schlussphase vorhanden gewesen.

Hätte – wäre – wenn – zählt aber nicht und so müssen wir wieder einmal akzeptieren, dass wir es nicht geschafft haben uns vorher in eine bessere Ausgangsposition zu bringen. Wir mussten dementsprechend nun, um überhaupt unsere Chance auf einen zählbaren Erfolg aufrecht zu halten, in der wenigen verbleibenden Zeit aggressiv auf Torerfolge ausgehen.

Das aber spielte den routinierten Hausherren genau in die Karten. Denn eben diese schnellen, etwas erzwungenen Abschlüsse konnten sie mit Hilfe ihres guten Torwartes abblocken und im Anschluss durch schnelles Überbrücken des Feldes gegen unsere noch nicht vollständig formierte Deckung zu den entscheidenden Treffern nutzen. Zum enttäuschenden Abschluss mit schließlich 4 Toren Differenz kann man eigentlich nur sagen, dass wir in dieser Besetzung vielleicht nicht das bestmögliche Ergebnis erreicht haben, wir aber trotzdem erhobenen Hauptes das Feld verlassen konnten. Denn niemand der Anwesenden hat gekniffen als es darum ging sich hineinzuwerfen, jeder hat eine zumindest gute Leistung abrufen können und alle haben miteinander versucht das Bestmögliche für unser Team herauszuholen. Es war nicht das schlechte Gefühl danach, welches man schonmal hat wenn man nach einem Spiel – gewonnen oder verloren – rausgeht und denkt: ‚Mensch, was haben wir denn da für einen pomadigen Mist zusammengespielt‘. Das war mir so schon wesentlich lieber.

Ein Wort in diesem Zusammenhang auch über den Schiedsrichterkameraden Hofmann. Es kommt wirklich selten vor, dass man von einem allein pfeifenden Schiri so gut geleitet wird – Kompliment und Danke für diese ausgezeichnete Leistung! Auch wenn wir unterlegen waren, ich kann mich nicht erinnern in diesem Spiel eine grundsätzlich falsche Entscheidung gesehen zu haben. Beide Mannschaften dankten es ihm mit einem engagierten, aber jederzeit sportlich fairen Wettstreit auf dem Feld. Auch ein Grund dafür, dass es trotzdem ein guter Sportabend war. Abschließend: Danke an Dennis für’s Kampfgericht!

Die kleine Besetzung steht schon oben gelistet – Torschützenliste gibt’s nur wenn wir ein paar Auswechselspieler oder Chronisten dabei haben. (Uwe)

10.01.2017|Aktuelles, Männer 2|