Auszug aus der Festschrift zum 25jährigen Vereinsjubiläum:

„Die Handballabteilung“

„Eigentlich fing alles damit an, dass vor geraumer Zeit einige ‚Damen’ aus Eiserfey und Vussem etwas für ihre gute Figur – pardon – Gesundheit tun wollten. Und so beschloss man also Sport zu treiben. Handball sollte gespielt werden. Da kann man so viele Tore werfen, was ja bekanntlich den meisten Spaß macht; und sollte es mit der Kondition nicht so gut sein, kann man sich eben mal auf der Auswechselbank ausruhen. Mit viel Schweiß und Ehrgeiz wurde zur Sache gegangen, und bald darauf spielte man sogar in der Meisterschaft mit. Am Anfang war nichts mit vielen Toren; das besorgte um so besser der Gegner. Aber der Spaß an der Freude blieb, und heute haben die Damen den Spieß umgedreht. Man wurde dreimal hintereinander Kreismeister und lehrte dabei so manchem Gegner das Fürchten. Schon kurz nach dem die Damen spielten, spielte auch eine A-Jugend mit um Meisterehren. Aus dieser A-Jugend entwickelte sich schließlich die 1. Seniorenmannschaft, die, mit viel Erfolg, von der zweiten über die erste Kreisklasse bis in die Kreisliga aufsteigen konnte. In der in den letzten Jahren sehr erfolgreichen A-Jugend werden laufend neue Talente für die erste Mannschaft ‚herangezüchtet’, so dass ein kontinuierlicher Aufbau von der Jugend bis zur Seniorenmannschaft stets gewährleistet ist. Im Jahre 1974 kamen schließlich noch die weiblichen Jugendlichen hinzu und komplettieren die Abteilung, so dass nun insgesamt fünf Mannschaften am Spielbetrieb im Kreis Euskirchen teilnehmen. Damit so eine Abteilung auch richtig funktioniert, braucht sie natürlich auch einen tüchtigen Abteilungsleiter. Und den hat sie in Hans Raetz gefunden, den eigentlichen Initiator der Handballabteilung im TSV Feytal. Dem aktiven Sport nicht mehr so zugetan, steckt er seine ganze Kraft in die Führung der Abteilung. Da wird überlegt, koordiniert und gehandelt. Als die Abteilung, vom Verein damals noch stiefmütterlich behandelt, in Versorgungs- und Geldnöte geriet, – man brauchte ja laufend neue Bälle, Trikots, Geräte usw. – wurde flugs eine ‚Papieraktion’ gegründet und das damit erarbeitete Geld in die Abteilung gesteckt. Noch heute sieht man den Hans Raetz jeden Tag mit einem großen Karton zu seinem ‚Depot’ – seine Garage – kommen, um immer für Nachschub und Geld zu sorgen. Bis heute ist der TSV Feytal unangefochten die Hochburg des Handballsports im Stadtgebiet Mechernich. In der Saison 1974/75 wurde die Handballjugend Kreismeister, diesen Erfolg wiederholten sie 1975 und 1982. In der Meisterschaft 1972/73 stieg die 1. Mannschaft in die Kreisklasse auf und 1975/76 in die Kreisliga. Nachdem man 1981 wieder abgestiegen ist, schaffte man 1982 den Wiederaufstieg. In zehn Jahren Handballabteilung wurden sieben Kreismeisterschaften errungen. Nach den Kreismeisterschaften 1989, 1990, 1991 schaffte man 1991 den langersehnten Aufstieg in die Landesliga.“

2003

Soviel zum damaligen Text. Die aktuelle Situation der Abteilung ist natürlich eng mit der allgemeinen Entwicklung des Handballsports überhaupt verbunden. Und da ist mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die beim Start der Abteilung sicher noch nicht absehbar waren. Viele Sportarten buhlen heute um die immer geringer werdende Anzahl von an Bewegung Interessierten. Trendsportarten finden oft leichter Anhänger – erst recht, wenn zur Durchführung keine Organisation im traditionellen Verein nötig ist. Der moderne Mensch neigt immer mehr dazu, genau dann wann er gerade will, genau die Dinge zu tun, die ihm gefallen. Sich festen Trainingszeiten zu unterwerfen und in der Gruppe auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen, fällt zunehmend schwerer. Daher und auch weil die aufgrund der Spielanlage eigentlich sehr attraktive, schnelle Sportart Handball offensichtlich nicht genügend in den Medien vertreten ist, ist der Trend eher negativ und die Vereine im DHB haben alle Hände voll damit zu tun, dem entgegen zu wirken. Der TSV macht da keine Ausnahme. Nach den oben beschriebenen erfolgreichen Jahren in der Landesliga, die mit einer Mannschaft bestritten wurde, die praktisch komplett aus Spielern aufgebaut war, die den eigenen Jugendmannschaften entstammten, ging mit dem ‚Aussterben’ dieser Spielergeneration ebenso die erarbeitete Spielstärke verloren. Jahrelang konnte die Jugendabteilung nur mühsam in Gang gehalten werden. Sicher auch, weil eigene Fehler gemacht wurden, aber vor allem, weil engagierte Kräfte fehlten um die Jugendlichen zu werben und zu betreuen. Seit einigen Jahren ist dieser Entwicklung aber tatsächlich Einhalt geboten worden. Zwar fehlt inzwischen durch die beschriebene Durststrecke die altersmäßige Mitte, aber die Jugendabteilung boomt deutlich: War vor etwa 6 Jahren lediglich eine männliche A-Jugend neben den Seniorenteams gemeldet, konnten durch Angebote im Kinderhandball und anschließende Mundpropaganda bis heute zum Jahresende 2003 etwa 60 Kinder und Jugendliche zum Handballsport in unserer Abteilung gebracht werden. Neben einer großen Gruppe von Mini’s im Alter von 4-6 Jahren stellt der TSV derzeit eine gemischte D-Jugend, eine weibliche C-Jugend und eine männliche B-Jugend. Gerade bei den Kleinsten ist der Zulauf ungebrochen. Dank der seit mehreren Jahren überaus engagierten Arbeit vor allem unserer BetreuerInnen Annemie Linden, Helga Effmert, Andreas Linden und der dazu noch als Jugendwartin im Abteilungsvorstand aktiven Andrea Theis ist dieses Fundament der Vereinsarbeit entstanden, das es nun gilt weiter zu fördern.

2007

Die Entwicklung der Abteilung ist weitergegangen – dieses Fazit vorneweg. Was in den vergangenen Jahren eingeleitet und mit viel Engagement und Zeiteinsatz aller Beteiligten erarbeitet wurde, trägt inzwischen weitere Früchte. So wuchs die Personalstärke der Abteilung auf über 150 Mitglieder (davon etwa 120 Handballer unter 18 Jahren) – was uns innerhalb des Vereins TSV Feytal zur mitgliederstärksten Abteilung macht. Wir haben sowohl in der vergangenen wie auch in der nun beginnenden Saison 2007/2008 mit 10 Teams Mannschaften in allen Altersklassen gemeldet, ein großer Erfolg für unsere kontinuierliche Aufbauarbeit. Minis / gemischte F-Jugend / gemischte E-Jugend / 2 gemischte D-Jugenden / weibliche C-Jugend / männliche C-Jugend / männliche B-Jugend / männliche A-Jugend und das immer noch recht vitale Herrenteam kämpfen in den Ligen des Handballkreises Bonn-Euskirchen-Sieg um den sportlichen Erfolg. Zwar sind noch nicht alle Teams zu den Spitzenkräften ihrer jeweiligen Liga zu zählen, aber es macht sich immer mehr bemerkbar das die TSV Handballer nun schon in ganz frühen Jahren lernen mit dem Ball umzugehen. So konnten sich in diesem Jahr erstmals D- und E-Jugend-Mannschaften für die nächsthöheren Leistungsklassen qualifizieren.

Leider beinhaltet dieses Wachstum aber auch schwierige Aspekte für unsere Abteilung: Zum einen wird es immer aufwendiger die große Anzahl der Mitglieder bzw. der Mannschaften zufriedenstellend zu betreuen – wir sind mit unserer kleinen Gruppe von ehrenamtlichen Betreuern teilweise am oberen Ende vom persönlich vertretbaren Aufwand angelangt. Zum zweiten werden wir dadurch, dass uns Hallensportlern in Mechernich lediglich diese eine Dreifachhalle zur Verfügung steht, mit jeder zusätzlichen Mannschaft vor größere Probleme gestellt was die zu verteilenden Trainingsstunden betrifft. Die seit Jahren vorgegebenen Zeiten wurden trotz des immensen Wachstums gerade des Jugendbereiches leider nicht erweitert. Besonders ärgerlich ist dabei, dass weiterhin anderen Vereinen aus dem Aussensportbereich (Fußball) gerade im Herbst und Winter – unserer Hauptsaisonzeit – Hallenzeiten gewährt werden. Hier müssen wir versuchen einen stärkeren Einfluss auf die Entscheidungsträger der Mechernicher Stadtverwaltung zu gewinnen um unsere Interessen und vor allem die unserer zahlreichen Mitglieder besser durchsetzen zu können. Trotzdem hoffen wir das der eingeschlagene Kurs mit dem großen Bereich des Jugendhandballs sich weiter auszahlt und wir darauf aufbauend noch viel Spaß mit unserem TSV haben werden.

2009

Die Abteilung ist in den letzten Jahren noch weiter gewachsen – besonders im Jugendbereich. In der vergangenen Saison haben wir ein Sponsoren-Schwimmen veranstaltet, welches sich durch rege Teilnahme und starke Leistungen der Teilnehmer ausgezeichnet hat. Mit den eingenommenen Sponsoren-Geldern sind einheitliche Trikots für alle Mannschaften angeschafft worden.

In 2009 hat zum dritten Mal das Handballcamp der Jugend in Bad Münstereifel-Rodert stattgefunden. Mit insgesamt 50 Jugendlichen haben wir neben dem Handball-Training diesmal auch eine Kletter-Aktion durchführen können.

Auch unser diesjähriges Sommerfest zum Saisonabschluss konnte wieder bei strahlendem Sonnenschein statt finden. Alle Mannschaften waren zahlreich vertreten und besonders die Kinder hatten auf dem angrenzenden Sportplatz wieder jede Menge Spass.

In die kommende Saison starten wir mit 12 Mannschaften: Minis, F-Jugend, E-Jugend, D-Jugend (alle gemischt), zwei männliche und eine weibliche C-Jugend, eine männliche und eine weibliche B-Jugend, eine männliche A-Jugend und zwei Herrenmannschaften.

Die Koordination dieser Teams im Trainings- und Spielbetrieb wird zunehmend schwieriger, allerdings könnte bei gutem Verlauf der Dinge in der neuen Saison endlich eine Entzerrung der Situation entstehen: dann nämlich wird die neue Dreifachhalle der Stadt Mechernich bezugsfertig sein.

Zwar ist noch ungeklärt in wie weit wir Handballer am neu zu verteilenden Kuchen der Trainingszeiten von der Stadt bedacht werden, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und bei einer Mitgliederzahl von inzwischen 200 – vornehmlich Kindern und Jugendlichen – sollten wir durchaus Berücksichtigung finden.

Besonders würden wir uns freuen wenn (was leider noch nicht fest zu stehen scheint) die neue Halle endlich besucherfreundlich mit einer Tribüne ausgestattet würde. Jahrelang fristed der Mechernicher Hallensport ein unbemerktes Dasein weil Zuschauer nicht – wie praktisch überall anderswo – in die Sportveranstaltungen einbezogen werden können.

Wenn nun dieses Manko tatsächlich behoben werden sollte sind wir uns sicher, mit einer dann breiteren Öffentlichkeit im Rücken noch erfolgreicher Arbeiten zu können.

2010

Im Vorstand hat sich personell einiges geändert. Der bisherige Abteilungsvorsitzende Christoph Dasburg ist von Rüdiger Zens abgelöst worden. Christoph verlässt den Vorstand aber nicht ganz, sondern bleibt uns weiterhin als Stellvertreter des Abteilungsvorsitzender erhalten.

Die Position des Geschäftsführers wird weiterhin von Uwe Kolvenbach ausgefüllt. Auch die Kassenwartin Andrea Tillmann wurde in ihrer Funktion wiedergewählt.

Die Homepagebetreuung und die Position des Schriftführers werden von Ulrike Schlüter wahrgenommen.

Die Arbeit des Jugendwartes ist aufgrund der Menge an zu betreuenden Mannschaften aufgeteilt worden. Andrea Theis kümmert sich in Zukunft um die Belange der männlichen Jugendmannschaften. Theo Schäfer wird sich als Jugendwart für die weiblichen Mannschaften betätigen.