Der erste Sieg ist eingefahren – die Zweite gewinnt mit cleverem Spiel in Hennef mit 25-23

Die Vorzeichen zu dieser ersten Auswärtspartie der neuen Saison standen nun wirklich nicht zum Besten. Neben dem noch für wahrscheinlich einige Zeit verletzten Kittes fehlten unter vorheriger Ankündigung mit Gordon, Olli und Sascha gleich drei weitere gestandene Kräfte – das war in der gedanklichen Vorbereitung auf dieses Spiel schon mit eingerechnet. Als dann aber auch noch mit Daniel und Constantin kurzfristig unsere beiden Neuzugänge passen mussten und zu allem Überfluss Ralf wegen eines Schirieinsatzes auch nicht zu Hilfe kommen konnte, wurde es echt übersichtlich… Beim Durchzählen am Treffpunkt kamen wir schnell zum Ende. 8 aufrechte Recken waren gewillt, allen Unbilden zum Trotz, der HSG Sieg 2 die Stirn zu bieten und irgendwie die ersten Punkte für unser Team nach Hause zu bringen. Dass der ‚überzählige‘ Spieler dabei ein zweiter Torhüter war, machte es theoretisch auch nicht leichter – dachten wir vorher 🙂

In der gegnerischen Halle dann ein konzentriertes Aufwärmen allerseits und ein kurzes Einstimmen auf die angedachte Linie wie wir diese Sache angehen wollten, um vielleicht doch das wenig wahrscheinliche möglich zu machen. Klar war, dass wir mit den Kräften haushalten mussten. Während auf der Gegenseite der Spielberichtsbogen mit 13 HSGlern beinahe komplett gefüllt war, hatten wir keinen weiteren ausgebildeten Feldspieler in petto, der während der anstehenden 60 Minuten einen unserer Spieler hätte entlasten können. Nun, wenigstens einen Vorteil hatte die Sache – der Trainer brauchte sich diesmal ‚überhaupt keinen Kopp‘ zu machen, welche Aufstellung denn wohl die geeignetste sei. Deshalb wollten wir mit sowenig Energieaufwand spielen wie nur irgendmöglich: kein schnelles Anstürmen – mindestens 2-3mal über alle kreisfernen Positionen den Ball laufen lassen – besondere Sorgfalt bei der Auswahl der Abschlüsse – und besonders wichtig: alle vorhandene Energie in die Abwehrarbeit!

Der Beginn der Partie zeigte schnell, dass die ausgegebene Marschroute für diesen speziellen Anwendungsfall nicht die schlechteste Taktik war. Unsere Spieler verfolgten recht konzentriert ihre Aufgaben und immer wieder gelang es uns, unsere Schützen nach für unsere Verhältnisse langen Passfolgen zum Abschluss zu bringen. Und weil diese Abschlüsse auch noch ziemlich oft und präzise ihr Ziel fanden, kamen wir in einen stabilen Lauf. Zudem stand die Abwehr meist ordentlich und ein gut aufgelegter Patrik im Tor konnte über weite Strecken auch noch das entschärfen was an Schüssen durch unsere Abwehrreihe hindurch kam. So setzten wir uns kontinuierlich ab. In der Spitze brachten wir es dabei auf 5 Tore Vorsprung ohne besonders viel Energie verschwendet zu haben.

Das uns das Spiel auf diese Weise nicht mehr zu nehmen sein würde, schienen auch die Hausherren so früh zu empfinden – denn zum Ende der ersten Halbzeit änderten sie plötzlich die bis dahin eingeschlagene Vorgehensweise. Sie gingen nun mehr Risiko ein, indem sie ihre vorher kompakte Deckungsform öffneten und ab sofort konsequent unsere beiden bis dahin so erfolgreichen Rückraumschützen Volker und Simon gleichzeitig in kurze Deckung nahmen.

Diese neue Ausrichtung sorgte zunächst für Probleme in unserem Spielaufbau, weil die gewohnten Abläufe erst einmal umgestellt werden mussten. Bis klar war wie nun zu agieren sei, brauchte es einige Minuten und ein Team-Time-Out. Die Führung schrumpfte in dieser Phase auf nur noch zwei Tore, dann hatten wir die nötigen Änderungen verinnerlicht und spielten fortan wieder sicherer, so dass es bis zur Pause bei diesem Abstand blieb (Halbzeit: 14-12 für uns).

Das neue Spielsystem für den Rest der Begegnung hieß in der Praxis 4 gegen 4 – unsere beiden herausgenommenen Halben zogen sich bis beinahe zur Mittellinie zurück und nahmen ihre Gegner so mit aus unseren Passwegen. Zwar hatten wir anfangs noch Probleme damit die ganze Spielfeldbreite zu nutzen, aber im Laufe der restlichen Minuten gelang es uns immer besser die HSG Abwehr wieder weiter auseinander zu ziehen. Kamen wir dann nicht selbst zum Abschluss, schafften wir es aber häufig, Freiwürfe auf den Halbpositionen zu erzwingen, die unsere ‚ausgeruhten‘ Volker und Simon dann unter Ausnutzen unserer gut gestellten Mauer mit guter Quote verwandelten.

Weiterhin kamen die Hausherren nicht an uns vorbei. Dann nochmal ein kritischer Moment, als wir – etwa um die 40. Minute herum – doch wegen einer Verletzung gezwungen wurden, einen unserer Feldspieler – Max – auf der Rechtsaussenposition durch unseren zweiten etatmäßigen Torwart Frank zu ersetzen.

Er machte seine Sache gut. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit bekam er seine erste Chance: Es gelang uns, die gegnerische Deckung auf unsere linke Seite zu verlagern und Frank auf rechts ins Spiel zu bringen – er erkannte den möglichen Freiraum schnell und erzielte ein in dieser engen Phase wichtiges Tor.

Wichtig vor allem, weil wir trotz aller Schwierigkeiten – z.B. einer Unterzahl in den letzten Minuten – uns so stets mit einem oder zwei Toren in Führung halten konnten. Ein Tor durch Leon nach einem eigentlich schon vergebenen Abschluss, ein durch unsere schnell zurückgeeilte Deckung erzwungener Fehlschuss der HSG – solche Aktionen waren nicht zufällig, sondern erarbeitet. Und so gab es schließlich auf unserer Seite wohl auch keinen einzelnen Matchwinner. Aber letztlich hatten alle Teammitglieder durch eigene gute Aktionen in engen Situationen einen hohen Anteil an diesem besonderen Sieg. Ich glaube, alle waren zu Recht froh über unsere Leistung.

Es spielten (Torschützenliste von Birgit – vielen Dank!):
Frank 2 (RA) – Leon 5 (RM) – Max 2 (RA/LA) – Patrik (TW) – Reinhold 1 (KL) – Simon 6 (RR) – Uwe 3/1 (LA) – Volker 6 (RL) (Uwe)

TSV Feytal 2

TSV Feytal 2

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12.09.2015|Aktuelles, Männer 2|