Die (beinahe) volle Belegschaft sorgt für klaren Erfolg und schlägt die HSG Rheinbach-Wormersdorf 3 mit 32-22 (Hz. 17-11)

Die größte Überraschung gab es eigentlich schon vor Beginn der Partie: obwohl wir zu einer Auswärtspartie antraten, wo man durchaus damit rechnen muss nicht alle Schäflein um sich scharen zu können, waren wir beim Aufwärmen in der Überzahl! Der Spielberichtsbogen war prall gefüllt, d.h. alle 14 möglichen Stellen konnten von uns eingetragen werden – überhaupt fehlten heute aus unserem denkbaren Kader nur Max und Yannik wegen Erkrankung. Alles andere war an Bord und offenbar auch sehr motiviert, uns weiter nach vorne in die Spitzengruppe der Liga zu bringen.

Nach den Spielen der letzten Saison hatten wir mit einer erfahrenen gegnerischen Mannschaft gerechnet. Hier vor allem war uns die Torhüterposition im Gedächtnis geblieben, mit der wir zumindest im Hinspiel unsere liebe Mühe hatten. Grundsätzlich gingen wir von einer starken Gegenwehr der Hausherren aus, schließlich hatten sie gerade erst gegen die SGO3 – den aktuellen Tabellenführer – nur mit 2 Toren Differenz verloren. Wir waren also vorab gewarnt.

Umso erstaunter waren wir dann beim Einlaufen in die Halle, denn auf der Gegenseite präsentierte sich ein seeehr junges Team. Vom körperlichen Erscheinungsbild auch eher kleiner als der Durchschnitt der Mannschaften in der 2.KK und in Bezug auf die Masse erst recht eher feiner gebaut. Die Qualität konnte also eigentlich nur im schnellen, trickreichen Spiel liegen und auch Spielzüge wären sicherlich ein Mittel der Wahl, wenn diese Truppe sich gegen die eher robusten Herren unserer Liga Vorteile verschaffen wollte…

Im Spiel dann stellte sich allerdings recht schnell die Frage, ob dieses Team tatsächlich dasjenige war, das den Ollheimern offenbar gute Gegenwehr geleistet hatte. Zwar konnten wir in der unrunden Anfangsphase lange Zeit nicht klarmachen, dass wir alles im Griff haben würden, der Grund dafür lag aber allein in unserem eigenen schwachen Ansatz. Wir bekamen weder in der Abwehr noch im Angriff eine Linie in unsere Aktionen. Hinten waren die Bewegungen der Abwehr noch völlig unabgestimmt und pomadig, so dass einige Gegentore aus dem Rückraum hingenommen werden mussten, bei denen die Angreifer ohne jegliche Vorbereitung einfach mal auf unser Tor abzogen. Wenn solche Bälle aus dem Netz geholt werden müssen, ist das immer ein Zeichen dafür, dass eine Deckung sich nicht bewegt, sich nicht untereinander abspricht und auch die Hände nicht einsetzt – und genau so stellte sich das auch nach aussen dar.

Im Angriff ein ebenso unorganisiertes Bild. Wir konnten es offenbar nicht abwarten. Viele Positionswechsel ohne Sinn, viele Abschlüsse ohne Vorbereitung, zudem auch noch einige Pässe ins Niemandsland. Genau genommen also: grottenschlecht – gemessen an dem was mit dieser Besetzung möglich gewesen wäre.

Nun, wir ließen unsere heutige erste Aufstellung eine zeitlang gewähren, dann schickten wir stiekum neues Personal ins Rennen welches sich bis dahin natürlich angesehen hatte was alles nicht gut funktionierte und warum das so war. Damit war prinzipiell der Hebel schon umgelegt.

Unsere Qualitäten kamen nun viel besser zur Geltung. Wir zwangen, durch unseren nun viel ruhigeren Aufbau über mehrere Stationen, die recht offene Deckung der HSG (fast eine 3-2-1 Formation) dazu weite Wege zu gehen. Und meistens gelang das der jungen Mannschaft nicht bis zum Schluss – der letzte Laufweg führte nicht mehr nahe genug an unsere Rückraumwerfer heran. Oder es gelang nicht mehr, im Zentrum auch noch unseren Kreisläufer in Schach zu halten. Irgendeiner aus unserer Belegschaft stand nun immer frei oder er hatte zumindest soviel Raum, dass es ihm möglich war konzentriert abzuschließen. Sogar eine zweifache Unterzahl, die wir uns noch eingehandelt hatten, konnten wir auf diese Weise gut (und ohne Einbußen auf der Anzeigetafel) abarbeiten. Schnell waren wir nun auch zählbar im Vorwärtsmarsch und der Pausenstand von 17-11 für uns zeigte die Kräfteverhältnisse schon deutlich auf.

In der Pause wurde demnach nur angesprochen, dass wir diese Form des Spielaufbaus beibehalten mussten. Die Rheinbacher würden dann kaum eine Gelegenheit haben, uns bis zum Ende der Begegnung einzuholen. Eher das Gegenteil war zu erwarten und dementsprechend sollte der weitere Verlauf der Partie auch klar dazu genutzt werden, unsere prall gefüllte Bank einzubringen. Alle Kameraden sollten ihre Spielanteile bekommen, auch auf die Gefahr hin, durch die Wechselvorgänge vielleicht nicht immer den besten Spielfluss zu erleben.

Prinzipiell ist auch genau das dann geschehen. Wir behielten immer die Zügel in der Hand, hatten aber sowohl spielstarke Phasen, wie auch solche, in denen es etwas holprig ablief. Durchgängig blieb nur, dass wir immer Tore erzielten wenn wir einige konzentrierte Pässe innerhalb unserer Reihen zustande brachten. Entweder setzte sich danach einer unserer ‚Tower‘ durch (vor allem Sascha war von den Abwehrspielern nie zu halten), einer unserer flinken Spieler brach nach einer Passaktion durch oder ein direkter Pass an den Kreis führte zum Torerfolg. Etwa ab Mitte zweiter Halbzeit – der Vorsprung lag nun bei etwa 10 Toren – ließ die Konzentration vor allem in der Deckung nach. Dementsprechend fror somit dann auch dieser Abstand im Ergebnis quasi ein. Einem Torerfolg unsererseits folgte meist ebenso einer auf Seiten der Hausherren. So ging das Spiel bis zum Abpfiff ruhig über die Bühne. Am Schluss steht ein letztlich nie gefährdeter Auswärtserfolg, den man aber nicht überbewerten sollte.

In der nächsten Woche werden wir zum einen nicht so prunkvoll besetzt sein und zum anderen wird mit der SG Olheim-Straßfeld 3 einer der unangenehmsten Gegner der Liga bei uns zu Gast sein. Und dann stellt sich vermutlich eher heraus, wie wir in dieser Saison in der Liga stehen. (Uwe)

Unsere Mannschaft heute (Tore von Birgit – danke)
Constantin 1 (LA), Daniel 3 (RA), Frank (TW), Gordon 1 (KL), Kittes 2 (RR/RM/RA), Leon 2 (RM), Olli 1 (RM/RR), Patrik (TW), Ralf 1 (RR/RA), Reinhold 5 (KL), Sascha 9 (RM/RL), Simon 4 (RR), Uwe (LA), Volker 4 (RL)

TSV Feytal 2

TSV Feytal 2

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27.09.2015|Aktuelles, Männer 2|