…die 2te verliert knapp und ärgerlich in Bad Honnef mit 29-30 (Hz. 13-10)

Nach wiederum langer Pause und in dieser Zeit auch erneut weitgehend ohne Trainingsarbeit ging es für uns in ungewohntes Gebiet. Die Bad Honnefer sind uns als Gegner erst seit dieser Saison geläufig und nachdem das Hinspiel noch in unserer eigenen Halle gelaufen war, lernten wir jetzt auf unsere ‚alten Tage‘ sogar nochmal eine gänzlich unbekannte Halle im Schatten des Siebengebirges kennen. Nun, es hätte ein befriedigenderes Erlebnis werden können, soviel vorneweg.

Die personellen Voraussetzungen waren nicht gut: aus dem normalen Stamm fehlten mit Gordon, Joshi, Kittes, Leon, Max, Olli und Ralf gleich eine Hälfte unseres Kaders wegen Verletzung oder Krankheit. Somit traten wir die vergleichsweise weite Reise an den Rhein mit nur 7 Feldspielern und zwei Hütern an – es war vorab klar, dass wir bei dem zu vermutenden engen Spiel mit unseren Möglichkeiten haushalten würden müssen. Dementsprechend die klare taktische Ansage vor dem Anpfiff, dass Tempo in eigenem Ballbesitz gering zu halten und auch die Abschlüsse stets sorgfältig auszuwählen – wir wollten und durften keine Kraft verschwenden.

Unser Team ging die Sache auch recht konzentriert an und das erste Abtasten mit den Hausherren brachte keine veränderten Erkenntnisse. 2-2 nach den ersten Minuten klingt dann auch normal, es hatte sich allerdings schon ganz früh in dieser Begegnung herausgestellt, dass es nicht nur auf die Leistungen der beiden Mannschaften ankommen würde, sondern das die Schiedsrichter – die wir beide bisher nicht kannten – eine gehörige Rolle spielen würden. Schon in den ersten auf beiden Seiten völlig harmlosen Aktionen dieses Spiels griffen die Herren massiv in den Verlauf ein: bereits kleinste Bewegungen der beteiligten Akteure konnten zu erstaunlichen Ergebnissen führen. In kürzester Zeit hatten wir fast die gesamte Palette der Schiriklaviatur durchgespielt. Gelbe Karten, Siebenmeter-Strafwürfe, 2-Minuten-Strafen, Stürmerfouls und eine fast ausgesprochene rote Karte wegen Schiedrichterbeleidigung waren da schon durch. Der Vorwurf der Beleidigung (in Form eines Nachfragens was gerade gepfiffen worden sei) wurde nach einer eingehenden Verwarnung, dass solch eine rüde Unsportlichkeit nicht mehr vorkommen dürfe, zurückgenommen…

Hier musste man große Teile des erlernten Handballrepertoires zunächst vergessen. Wir versuchten uns das klarzumachen, kamen aber trotzdem während dieser gedanklichen Umstellung erstmal aus dem Rhythmus und gerieten mit 2-4 in Rückstand. Die folgenden Minuten waren unruhig, denn beide Seiten waren wechselnd immer wieder in Unterzahl – beide Teams konnten sich nicht wirklich auf die ‚interessante‘ Regelauslegung einstellen. Die Tordifferenz wuchs sogar auf 3 Tore gegen uns. Dann aber fanden wir wieder unseren roten Faden, stellten die Deckung neu ein und kamen so kontinuierlich besser in die Partie. Aus dem Spiel heraus konnten die Hausherren praktisch nicht mehr punkten, es fielen beinahe nur Gegentore aus Strafwürfen. Wir allerdings trafen gut, zogen vorbei und brachten auf diese Weise bis zum Halbzeitpfiff sogar einen Vorsprung zustande (13-10 aus unserer Sicht). Bis hierhin hatten wir alle alles recht gut hinbekommen, der Ball lief, die Feldspieler trafen, die Torhüter hatten gute Aktionen, die Gegner waren offensichtlich ratlos.

Nach der Pause ging es dann leider bald nicht mehr so weiter. Der Vorsprung hatte uns nicht so sicher gemacht, dass wir die folgende Umstellung der Honnefer verkraftet hätten. Man lief nun permanent nach unseren Torerfolgen zur ’schnellen Mitte‘ an. D.h. unmittelbar nachdem wir ein Tor erzielten, starteten stets zwei bis drei Spieler der Hausherren zur sofortigen Ausführung des Gegenangriffes. Zwar waren wir fast immer mit genügend Spielern zurückgelaufen, es war aber beinahe unglaublich zu sehen, wie dumm wir uns dann in der Abwehr dieser einzelnen Angreifer benahmen. Fast ohne Gegenwehr kam Bad Honnef nun zu mehreren Toren und mehr als das zunächst Einfluss auf das Ergebnis hatte, ging unser Selbstvertauen angesichts dieser Schwächeperiode plötzlich verloren und Fehler schlichen sich ein.

Wir trafen jetzt nicht mehr so häufig, schlossen überhastet aus völlig ungeeigneten Situationen ab und verloren Personal durch Zeitstrafen – eine rote Karte wegen der dritten 2-Minute-Strafe verkleinerte unseren Personalstamm schließlich auf das Minimum und schwächte unseren Deckungsverbund deutlich. Immer wieder fielen Gegentore nach einem gleichem Muster, ohne dass wir gewonnene Erkenntnisse umgesetzt hätten.

Resultat: der TVE schloss auf und ging sogar in kürzester Zeit vorbei. Zwar erholten wir uns nochmals kurz und konnten Mitte der zweiten Halbzeit auf 23-23 ausgleichen, dann aber verletzten sich gleich zwei unserer Spieler, so dass wir ohne gegen uns ausgesprochene Zeitstrafen kurz in Unterzahl spielen mussten bis beide Spieler zumindest wieder auf dem Platz stehen konnten. Wieder liefen wir einem 2-Tore-Rückstand hinterher und taten das zwar mit großartigem Einsatz aller Verbliebenen – aber nicht immer mit Cleverness und Glück.

Eine letzte Chance auf zumindest einen Punkt gab es dann noch in der Schlussminute. Beim Stand von 29-28 für Honnef und deren Ballbesitz konnten wir den ballführenden Spieler in eine Situation bringen, in der er eigentlich ein klares Stürmerfoul begangen hatte. Die wie eingangs beschrieben ohne Linie pfeifenden Schiedsrichter allerdings trafen wiederum eine falsche Entscheidung und gaben den im Anschluss gefallenen Treffer zum 30-28. Das Spiel war somit 15 Sekunden vor Ende entschieden – der letzte Siebenmeter, den wir noch verwandeln konnten, brachte uns den eigentlich verdienten Punkt somit nicht mehr zurück. Sehr ärgerlich!

Nächste Woche geht es schon weiter – beim letzten Heimspiel der Saison treffen wir auf den TSV Bonn rrh. 3. Falls wir die guten Phasen dieses Spieles hier erweitern können, sollten wir eine Chance haben die unglückliche Niederlage diesmal vergessen zu machen und vielleicht nochmal gegen eine Mannschaft gewinnen die vor uns in der Tabelle steht. (Uwe)

Dabei waren (diesmal keine Torschützenliste):
Daniel (RR/RM/LA), Frank (TW), Julian (RA), Paetrick (RR), Patrik (TW), Reinhold (KL), Sascha (RM/RL) Uwe (LA/KL), Volker (RL/RM)

TSV Feytal 2

TSV Feytal 2

TSV Feytal 2

TSV Feytal 2

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21.02.2015|Aktuelles, Männer 2|