Anderes Drehbuch – ähnlicher Showdown…

Die Zweite verliert auch das folgende Spitzenspiel ‚tragisch‘ TSV 2 – HSV Bockeroth 2 19:20 (Hz. 9:8)

Die Vorzeichen standen unsererseits nicht optimal aber zumindest gut im Hinblick darauf, dass es eine besondere Partie werden könnte. Besonders vor allem aus dem Grund, dass wir Zünglein an der Waage spielen konnten: waren unsere eigenen Ambitionen nach der Niederlage in Schleiden nur noch theoretischer Natur, konnte dieses Heimspiel trotzdem für eine Vorentscheidung im Rennen um die Meisterschaft der 2. Kreisklasse sorgen. Sollte uns ein Sieg gelingen, wären die Kameraden vom VfB Schleiden der diesjährige Kreismeister unserer Spielklasse. Genau dieser Umstand sorgte dementsprechend auch dafür, dass diesmal unsere übliche Zuschauerkulisse um genau diese Gruppe aus der Nachbargemeinde erweitert war. Zu gerne hätten die Jungs uns gewinnen sehen und zugegebenermaßen hätten wir ihnen und uns auch gerne diesen Gefallen getan. Leider fehlten aus unserem Kader neben dem Dauerverletzten Frank auch Yannick (verhindert) und Sascha infolge seiner Verletzung in Schleiden. Gerade unseren etatmäßigen Rückraum Mitte hätten wir natürlich wegen seiner Körpermaße und Schussstärke gegen die meist ‚robust‘ auftretenden Bockerother gut gebrauchen können aber an seinen Einsatz war nicht zu denken. Trotzdem gingen wir hochmotiviert in diese Begegnung, denn nachdem wir im Auswärtsspiel unserer Meinung nach etwas benachteiligt worden waren, wollten wir zumindest zeigen, dass die damalige Niederlage zu hoch ausgefallen war und wir durchaus mit Bockeroth auf Augenhöhe liegen.

Der Beginn verlief auch recht vielversprechend. Trotz einer für die 2.KK offensichtlich sehr fitten Aufstellung beim Gegner konnten wir sehr gut dagegenhalten. Unsere diesmal in 6-0 Formation aufgestellte Deckung funktionierte so gut wie schon lange nicht mehr. Sowohl die Laufwege der einzelnen Spieler, als auch die Abstimmung untereinander stimmten. Dazu eine gut dosierte Aggressivität und Torhüter die die gegebenen Hilfen der Abwehr nutzten – alles sah sehr gut aus. Es war vielleicht sogar für uns selbst etwas überraschend, die Gäste schienen jedenfalls definitiv nicht mit solch einer massiven Gegenwehr gerechnet zu haben.

Ähnlich wie hinten konnte man auch unserem Angriff gute Noten verteilen. Einigen wenigen Aktionen ohne Torerfolg standen in der Mehrzahl gute Abschlüsse entgegen. Wir brachten es, gegen die wie immer kompakt stehenden Bockerother, meist ordentlich zuwege die Angriffe ins Rollen zu bringen. In der Anfangsphase, in der der HSV in 6-0 Aufstellung agierte, nutzen wir meist längere Passfolgen über einige Stationen bis zum Torwurf. Dann eine erste taktische Veränderung im Spiel: Bockeroth stellte auf 5-1 um, nachdem die bis dahin gezeigte Deckungsarbeit dem gegnerischen Trainer offensichtlich nicht sonderlich schmeckte. Eine spürbare Änderung ergab sich dadurch nicht. Zwar war der agile Indiander der Gäste gut zu Fuß unterwegs, unsere Spieler waren aber passsicher genug um den Ball bis zum Abschluss gefahrlos in den eigenen Reihen zu bewegen. Ergo dessen sahen die zahlreichen Zuschauer ein für diese Klasse hochklassiges und weitgehend ausgeglichenes Spiel, das schließlich mit dem Stand von 9-8 für uns in die Pause ging.

Die Besprechung hatte nach diesem Verlauf des Spiels somit in erster Linie lobende Worte für alle Akteure – es gab ja auch nicht allzuviel Grund zur Mäkelei. Lediglich machten wir uns Gedanken darüber, wie wir auf sich anbahnende Personalprobleme würden reagieren können: Kittes machte eine offenbar noch nicht ganz abgeklungene Verletzung zu schaffen und Olli hatte sich bei einer Angriffaktion am Knöchel verletzt. Beide würden nicht mehr über ihre volle Einsatzfähigkeit verfügen und mussten zumindest zunächst einmal geschont werden. Mit Ballbesitz starteten wir dann gleich wieder recht gut in die zweite Halbzeit. In den ersten Minuten war kein Abfall in der Leistung erkennbar und die Konzentration stimmte weiterhin. Bis genau zum 10-10 blieb alles beim gewohnten Bild: beide Mannschaften engagiert und mit gutem Spiel.

Dann riss bei uns der Faden – komplett und so richtig gründlich! Sogar in der Rückschau fehlt die Erkenntnis darüber was eigentlich genau passiert ist. In der letzten Woche mussten wir den Fehler klar bei uns selbst suchen: im Gefühl eines sicheren 5-Tore-Abstandes hatten wir sorglos diesen Versprung verspielt, heute war es irgendwie unerklärlich warum plötzlich nichts mehr lief. Mit jedem Angriffsversuch den wir starteten machten wir umgehend auch einen Fehler – reihum. Es schien plötzlich, als ob jede Ordnung verloren war. Kein Pass kam sicher an, fast jede Aktion endete im Ballverlust und einem umgehenden Tempogegenstoßtor für Bockeroth. Das gegnerische Tor war für uns quasi wie vernagelt, während die Gäste unsere Deckung jetzt offen wie ein Scheunentor vorfanden – und sie bedienten sich genüsslich.

Bis zum Spielstand von 10-15 hielt diese spielerische Katastrophe an. Eine rote Karte für Gordon kam noch dazu – eigentlich waren wir zu diesem Zeitpunkt ‚tot‘! Ein Blick in die Zuschauerreihen machte klar: hier waren alle geplättet und vermutlich gab keiner auch nur einen Cent auf einen guten Ausgang für unser Team. Was dann passierte, war allerdings zunächst einer der Höhepunkte dieser Saison. Die Mannschaft zeigte ihren besten Charakter und wehrte sich gegen die sich vorher andeutende Auflösung. Wir überwanden unseren absoluten Tiefpunkt und stemmten uns mit allem was noch drin war gegen diese Niederlage.

Zwar kamen wir nicht so leicht zu unseren Toren wie es vorher die Gäste erfahren durften, weil wir aber nun hinten garnichts mehr zuließen, blieb es sehr lange bei den 15 Toren für den HSV. Es gelang zunächst mit viel Kampf und Einsatz um 2 Tore zu verkürzen, dann konnten auch wir einmal ‚einfache Tore‘ durch Gegenstöße erzielen. Wobei ‚einfach‘ definitiv nicht das richtige Wort ist, denn Daniel gewann ein tolles Laufduell und schloss dann auch noch sehr sicher ab. Die Stimmung auf dem Oberrang kam nun richtig in Wallung und als etwas später sogar der Ausgleich erzielt werden konnte, wurde dieses unglaubliche Aufbäumen unseres Teams lautstark gewürdigt – eine wirklich tolle Phase.

Die 5 Tore Rückstand hatten wir also tatsächlich wieder aufgeholt und natürlich wollten wir gewinnen, aber auch die Bockerother ließen nicht locker. So blieb es ausgeglichen bis zum Schluss. Beim Spielstand von 19:19 schafften wir es, den Angriff der Gäste zu unterbinden und wollten es nun so sicher wie nur irgend machbar angehen, um die so hart erarbeiteten Punkte einzuspielen. Es blieben 80 Sekunden Spielzeit – sicherlich genug um noch ein Tor zu erzielen, aber auch zuviel um sicher zu sein nicht in einen Zeitspielpfiff zu laufen… Zweimal liefen wir auf die Deckung an ohne einen Abschluss zu versuchen, dann – 15 Sekunden vor dem Abpfiff – sollte es zum finalen Torwurf kommen. Wir stießen nochmals an und – 7 Sekunden vor dem Abpfiff – folgte der entscheidende Missgriff des Spiels: ein Abwehrspieler bekam eine Hand in den Passweg.

Es folgte das Unvermeidliche – ein TGS gegen uns – der Abschluss gegen unseren alleingelassenen Patrik im Tor – der Siegtreffer für den HSV 3 Sekunden vor Schluss… Ein echtes Drama hatte seinen Abschluss gefunden – auch diesmal wieder mit dem undankbaren Ende für uns. Echt deprimierend wenn man den Einsatz dieser Truppe in der heissen Phase dieses Spiels miterlebt hat! Trotzdem oder gerade deswegen mein großes Lob an dieser Stelle für die gesamte Mannschaft.

Schon wieder den Finger am Pokal gehabt und ihn nicht mit nach Hause genommen. Echt bitter, aber auch das wird uns nicht umwerfen, da bin ich mir ganz sicher! Trotzdem steht in der nächsten Woche unser Spiel in Königswinter gegen den TuS Dollendorf 2 auf der Kippe. Bedingt durch die Verletzungen der letzten Partien kann der Fall eintreten, das wir am nächsten Samstag mit nur 5 gesunden Feldspielern dastehen. Es bleibt zu klären, ob/wie wir antreten können. (Uwe)

Die Akteure des Spiels (Torschützen von Claudia – danke):
Constantin (LA), Daniel 3 (RA), Gordon 1 (LA), Josh (TW), Kittes (RR), Max (RR), Olli 1 (RM/RR), Patrik (TW), Simon 10/2 (RM/RR/RL), Uwe (LA), Volker 4 (RL/RM)

28.02.2016|Aktuelles|