Alles auf ‚Reset‘ – Wir müssen neu anfangen nach der Niederlage gegen den VfB Schleiden 1 (23-26)

Ein äußerst unbefriedigendes Erlebnis hatten wir beim Spiel gegen den aktuellen Spitzenreiter der 2.KK. Dabei geht es in der Hauptsache weniger um den Umstand überhaupt verloren zu haben – es geht vor allem darum wie.So war uns bereits im Vorlauf bewusst, dass die Gäste ein gutes Potential haben und nicht umsonst zum jetzigen Zeitpunkt die Liga anführen. Wir kennen die meisten Spieler der Schleidener bereits seit einigen Jahren und seitdem man den sportlich richtigen Entschluss gefasst hat, die beiden vorher mit mässigem Erfolg in der 3.KK spielenden Teams zu einem einzigen Gebilde zusammenzufügen, ist diese Mannschaft auf jeder Position zumindest einfach gut bis sehr gut besetzt.

Besonders die beiden wurfstarken Rückraum-Halben zählen sicherlich zum Besten was die 2. Kreisklasse in punkto Schussstärke zu bieten hat. Dementsprechend sollte unser Hauptaugenmerk auf diese Jungs ausgerichtet sein und es galt, zunächst sie in den Griff zu bekommen – soweit der Plan… Unser eigener Kader war beinahe komplett: nur Kittes fehlte noch verletzungsbedingt. Er war allerdings anwesend und unterstützte uns später noch auf der Bank. Ebenso wie Ralf, der auch nicht mitspielte sondern angesichts des vollen Spielberichtsbogens verzichtete und unseren Kampfgericht-Platz einnahm – vielen Dank dafür nochmal nachträglich.

Mit dieser starken Besetzung im Rücken war die Marschroute klar in unserem Kreis ausgesprochen: wir wollten heute mit größtmöglichem Einsatz klar machen, dass wir in die Spitzengruppe gehören und uns mit einem Sieg im Lokalderby für die nächsten Wochen auf Platz eins bringen. Die Anfangsphase war auf beiden Seiten recht fahrig. Über 5 Minuten und etwa 3-4 Angriffe auf beiden Seiten dauerte es bis überhaupt das erste Tor fiel. Und leider schon zu Beginn kam zum Vorschein, wo an diesem Spieltag unsere Problemzone liegen würde. Ausgerechnet mit dem Mannschaftsteil, mit dem wir sonst meist die Grundlage unserer guten Spiele legen, hatten wir heute erhebliche Schwierigkeiten. Keiner unserer Rückraumschützen war in der Lage, ordentliche Abschlüsse auf das Tor der Gäste zu bringen. Die ersten Versuche verfehlten ganz oder kamen so unplatziert auf das Tor der Gäste, dass der gegnerische Hüter über lange Zeit keine Mühe hatte seinen Kasten sauber zu halten. Zudem hatten wir in der Deckung überhaupt noch keine Zuordnung gefunden und luden ein ums andere Mal durch unsere an den Tag gelegte Passivität die beiden genannten Hauptschützen des VfB zu dynamischen Aktionen ein. Weil man ihrerseits diese auf dem Serviertablett präsentierten Chancen konsequent nutzte, blieben wir bald zurück und fanden uns etwa zur Mitte der ersten Halbzeit in einem schon lange nicht mehr erlebten 6-Tore Rückstand wieder. Das brachte uns zunächst einmal völlig aus der Fassung – kurzzeitig ging jede Ordnung verloren. Ob auf dem Feld oder auf der Bank: angesichts der völligen Ratlosigkeit, die sich in dieser Phase in unseren Angriffsbemühungen wiederspiegelte, liefen einige Minuten des Spiels nun in einer Art ‚Wachkoma‘ ab. Jeder wollte sich wehement gegen das eigene Unvermögen aufbäumen und lieferte so dem Gegner häufig eine noch leichtere Gelegenheit sich auszuzeichnen. Bestes Beispiel: eine Unterzahl auf Grund eines Wechselfehlers.

Glücklicherweise war damit zunächst der Tiefpunkt überstanden und wir fanden wieder in etwas ruhigeres Fahrtwasser. Nicht, dass es nun plötzlich wesentlich besser geworden wäre, aber eine Auszeit und ein, zwei eigene Treffer brachten zumindest wieder Hoffnung auf ein besseres Gelingen in der Folge zurück. Es half dabei sich etwas zu berappeln und bis zur Pause hatten wir mit dem 10-14 wieder ‚Witterung aufgenommen‘.

Die Pausenbesprechung hatte eigentlich nur ein Thema. Wir mussten es irgendwie schaffen unsere desaströse Wurfquote vergessen zu machen. Denn schon zu diesem Zeitpunkt waren sicherlich nicht weniger als 20 unserer Schüsse und ein Siebenmeterwurf erfolglos geblieben. Sollten wir diese Erfolglosigkeit im Abschluss beheben können, stand einem Sieg – den wir immer noch unbedingt einholen wollten – nichts im Wege. Die Rechnung war einfach und begründet: würden wir endlich treffen, kämen nicht nur eigene Zähler auf die Anzeige – den Schleidenern würden auch die einfachen Tore durch schnelle oder erweiterte Gegenzüge gegen die noch nicht formierte Deckung fehlen.

Wir starteten tatsächlich auch etwas besser und das gab uns zunächst Anlass zur Hoffnung auf einen Schritt hin in Richtung Normalform. Die Formation die sich nach häufiger Umstellung gegen Ende der ersten Halbzeit ergeben hatte, spielte nun recht stabil und ohne länger andauernde ‚Ausfallerscheinungen‘. Es gelang einige Male den Gästen den Schneid abzukaufen und mit besserem Spiel und ein paar Gegenstößen auch im Ergebnis aufzuschließen. Bis zum 16-17 hielt dieser Trend an und wären genau zu dieser Zeit entscheidende Spielszenen konzentrierter abgelaufen, wäre es vielleicht noch interessant geworden zu sehen, ob die Schleidener eine Wende wieder zu ihren Gunsten hätten schaffen können. Leider blieb es für uns bei dieser Fragestellung, denn es gelang eben nicht vorbei zu kommen weil wieder gute Chancen ungenutzt blieben.

Im Gegenteil, einige wenige Angriffe später mussten wir abermals einem Abstand von 4 Toren hinterherlaufen. Wieder hatten wir in wichtigen Situationen nicht bis zur guten Gelegenheit abgewartet, sondern überhastet oder einfach unpräzise abgeschlossen und umgehend schnelle Gegentore gefangen. Letztlich fand keine unserer vielen an diesem Tag zusammengestellten Formationen über längere Phasen des Spiels einen echten Zugriff auf den Gegner. Immer wieder kam es zu zumindest kleinen Aussetzern und auch keiner der von der Bank aus helfenden Betreuer fand die funktionierende Zusammenstellung von Akteuren.

In den letzten Minuten blieb es bei der üblichen Tordifferenz und das Endergebnis von 23-26 zeigt zweierlei: zunächst einmal müssen wir zugeben, dass wir an diesem Tag im Lokalderby kein probates Mittel gegen unsere Gäste gefunden haben und sie zurecht gewonnen haben. Es zeigt aber auch, dass wir unseren Anspruch den Spitzenreiter abzulösen nicht unberechtigt gestellt haben. Wenn man bedenkt wie schlecht wir gespielt haben, wieviele Fehlwürfe wir hatten und wieviel besser unsere Abwehr normalerweise agieren kann, ist es beinahe verwunderlich, dass wir nur mit drei Toren Differenz verloren haben. Das blöde Gefühl, diese Partie unnötig verloren zu haben, kommt danach leider noch viel mehr hoch. Wir haben es uns definitiv selbst zuzuschreiben, vielleicht hilft uns das ja es demnächst wieder besser zu machen – hoffentlich schon in den nächsten Wochen… (Uwe)

Es spielten (Torschützenliste von Annika – Danke!):
Constantin (o.E.), Daniel 3 (RA), Frank (TW), Gordon 1 (LA), Leon 2 (RM/RR), Marvin 1 (RR), Max (LA), Olli 3/1 (RR/RM), Patrik (TW), Reinhold 1 (KL), Sascha (RL/RM), Simon 10/4 (RR/RM/RL), Uwe (LA), Volker 2 (RL/RM)

TSV Feytal 2

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08.11.2015|Aktuelles, Männer 2|